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Waking Life

Waking Life ist experimentelles Kino, das sich mit Traum & Realität beschftigt und das ganze Bröckchenweise in Philosophie lastigen Gesprächen der Hauptfigur mit allerlei Charakteren verarbeitet. Waking Life ist keine leichte Kost und manche benötigen bei der großen Summe an Gedanken vielleicht eine Pause im Film, oder einen zweiten Durchlauf.
Wirft man nur einen flüchtigen Blick auf “Waking Life”, so denkt man hier einen normalen Film mit echten Schauspielern vorzufinden – zur Hälfte stimmt dies auch. Der gesamte Film wurde digital abgedreht, aber dann im Nachhinein so bearbeitet, dass der gesamte Film wie gezeichnet aussieht. Zeitweise werden die Figuren stark abstrahiert und manchmal erkennt man den Unterschied zum “realen” Film nur mehr schwer.
Der Film beschreibt eine Art Selbstfindungs Tour des namenlosen Protagonisten. Er führt viele Gespräche mit unterschiedlichen Menschen (egal ob nun Universitätsprofessor oder ein Selbstmörder, der kurz vor seinem Tod steht), wobei jeder seine eigene Ansicht zu Tage bringt. Letztendlich suchen wir aber den Unterschied zwischen Traum und Realität, wieso wir träumen, wieso wir sterben, der Sinn des Lebens… alles ist hier irgendwie verpackt. Das ganze noch dazu in grandioser Optik.
Das Gesehene ordentlich wiederzugegeben fällt hier sehr schwer, da Waking Life beinahe episodisch abläuft. Jedes geführte oder gesehene Gespräch bildet einen eigenen Punkt, sie hängen direkt nicht miteinander zusammen. Am Ende trifft der Protagonist einen Entschluss, der frei interpretierbar ist.
Ich war sehr beeindruckt, vor allem wegen der – schon so oft gelobten – visuellen Gestaltung, dem neuartigen Plot und den interessanten Denkansätzen. Ich habe in diesem Film meine Haltungen vielleicht fünf mal überdenken müssen, auch wenn es ebenso Momente gab, in denen ich den Gesprächspartnern nicht zustimmen konnte.
Kurzum: Empfehlung!