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Powder Blue

powder

Wieder mal ein Film, der von schlechten Kritiken nur so überhäuft wird. Und das, nachdem der Trailer eigentlich sehr stimmig und interessant wirkte. Unterlegt mit einem Post-Rock Song (Dripping Whispers von The Soul’s Release) wirken auf uns malerische Bilder.

Filmstarts gab diesem kleinen Stück Melancholie nur 2/10 Punkten. (Wobei man diese Seite nach einem 8/10 Punkte für der Junge im gestreiften Pyjama und ebenso einem 8/10 für Der seltsame Fall des Benjamin Button eh nicht mehr ernst nehmen kann ;-))

Ich fand ihn gut. Nicht überragend, aber gut. Was mich sehr erfreute war, dass der Film in ähnlicher Stimmung wie der Trailer ablief.
Und das, was viele nicht wahrnehmen wollen: Ein Film ist ein Medium, das natürlich vor allem durch die Kamera, Schauspieler und Ton geprägt wird. Alle der genannten 3 Komponenten dieses Films fand ich auf jeden Fall gut bis sehr gut gemeistert. Die Kamera von Powder Blue und die malerischen Aufnahmen (auch wenn nicht pausenlos vorhanden) machen es auf jeden Fall Wert ihn zu sehen.
Ein ‘bei einem Film ist Regie und Story am wichtigsten’ kann und will ich so nicht unterschreiben. Auch wenn mich Regie und Story keinesfalls abgeschreckt haben. ;-)
Desweiteren sollte man ein Freund von Dramen sein, denn dieser Film geht nicht über dieses Genre hinaus. Da ich Dramen schätze, hatte ich kein Problem damit. Wie das Leute sehen, die diese Art von Film verabscheuen, kann ich nicht beurteilen. ;-)

Was unter diversen Kritikern als unglaublich schlecht und würdelos empfunden wurde, sind die Stripperszenen von Jessica Biel, manche fanden diese schlicht verachtend und sexistisch. Da stellt sich die Frage, muss man so etwas wirklich beschönigen? Ist das, was sie tut, für sie wirklich schön und ästhetisch? Wollen die Besucher des Lokals überhaupt mehr sehen als nur nackte Haut? (Man denke nur an Requiem For A Dream – hätten die späteren Szenen, wo sich der weibliche Hauptcharakter prostituiert, auch schöner dargestellt werden sollen?)

Doch, entgegen vieler Meinungen fand ich die Stripperszenen nicht so schlecht. Ich fand es sogar ganz interessant, als sich Biel in einem Tuch räkelte und man nur ihre Silhouetten erkannte. Würdelos? Keineswegs.

Und in einer anderen Einstellung sehen wir, wie sie sich Wachs über den Körper gießt (wir erkennen im Gegenlicht wieder nur die Silhouette von Biels Brüsten, diese mit Wachs übergossen wirklich schön anzusehen sind), ihren Geliebten schließlich im Publikum entdeckt und dann, den Körper mit heißem Wachs übergossen, weinend ansieht. Hier ist keine Erotik mehr, hier ist schiere Verzweiflung.
Aber – 3 Minuten Erotik machen keinen knapp 2 Stunden Film aus. Zu der skandalösen Stripperszene sei noch eines gesagt: Ob und wie anrüchig man dies findet, sei jedem selbst überlassen.

Nun, wie bereits erwähnt: Verzweiflung wird in diesem Film groß geschrieben. Wir sehen unterschiedliche Charaktere und Schicksale und wie sich diese langsam zu einem Ganzen zusammenfügen. Ein Priester, der durch den Tod seiner Frau den Glauben an Gott verloren hat – und sich nur noch selbst das Leben nehmen möchte. Oder eben die Rolle der Jessica Biel, deren Sohn im Koma liegt und die mit miesen Jobs um ihr Überleben kämpfen muss und nicht einsehen will, dass es für ihren Sohn keine Besserung gibt.

Der Film hat keine richtige Richtung, wir nehmen einfach am Leben der 4 Protagonisten teil. Es steht uns frei, unsere Meinung, unser Fazit und unsere Aussage aus diesem Film zu ziehen. Wer erwartet, dass einem Moral und/oder eine konkrete Aussage vorgegeben werden, der irrt. Wir müssen uns selbst überlegen, was wir darin sehen.
Mir persönlich macht diese Art von Film Spaß, doch auch dies ist wieder einmal jeden selbst überlassen.

Mein Fazit: 2/10 Punkten werden diesem Film nicht gerecht. Ich wäre mit einer 8/10 zufrieden, wenn auch eine 9/10 nicht unbedingt daneben wären. Obwohl dies sicher einer dieser Filme ist, die nicht jeden ansprechen. Doch wer den Trailer mag, der liegt wahrscheinlich mit Powder Blue nicht ganz so falsch. Insgesamt ein sehr melancholischer Film, der es Wert ist, Beachtung geschenkt zu bekommen.

Powder Blue

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Zuerst war mein Interesse an diesem Film gering, da er mir hauptsächlich durch die Klatschpresse ins Auge fiel. Denn Jessica Biel, die längst nicht mehr unbekannt sein dürfte, wird in dieser indie Produktion viel nackte Haut zeigen.
Drehbuch und Regie stammen von Timothy Linh Bui, welcher bereits mit seinem Drama “Green Dragon” (2001) auffiel und 2 Auszeichnungen (Humanitas Prize, Audience Award – Austin Film Festival), sowie eine Nominierung (Sundance Film Festival) erhielt.

Jedenfalls hab ich mir trotz aller Vorurteile den Trailer angesehen und – ich wurde positiv überrascht!
2 Minuten lang wirkte angenehme Post-Rock Musik auf mich ein, die von malerischen Bildern begleitet wird. Kein Gerede, nur gegen Ende hören wir Jessica Biel zwei, drei verzweifelte Zeilen sagen.
Die Handlung klingt ebenso einzigartig wie der Trailer: Ein Suizid gefährdeter ex-Priester, eine Stripperin, ein Leichenbestatter und ein Krimineller treffen zu Weihnachten aufeinander… und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Wahrscheinlich wird der Film – falls er überhaupt zu uns kommt – direkt auf DVD erscheinen.
Ich werde es mir jedenfalls nicht nehmen lassen, ihn zu sehen um eine genauere Rezension zu verfassen. Bis dahin heißt es warten. Ich bin jedenfalls gespannt.

Zum Ende noch der Trailer, welcher mich so in seinen Bann zog: