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Home

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“Home”, von Ursula Meier (nicht zu verwechseln mit dem Dokumentarfilm “Home” von Yann Arthus-Bertrand) zeigt eine Familie, die durch den Zuwachs einer Autobahn neben ihnen ihr altes Leben aufgeben müssen.

Im Moment wird ständig dokumentiert und bejammert, wie schlimm nicht die Entwicklung der Moderne ist, die Dezimierung der Natur und die Ausweitung der Autos.

Während die meisten Dokumentation oder Katastrophenfilme darauf ausgelegt sind, zu schockieren und mit grauen Zahlen oder schrecklichen Ereignissen aufzutrumpfen, gibt sich “Home” unerwartet subtil. Auch wenn der Film ab der Hälfte eine dramatische Wendung erlebt und überraschend surreale Elemente in Psychotriller Manier präsentiert, so ist er trotzdem glaubwürdig und vor allem sehenswert. Keine leichte Kost, auch wenn es in der ersten halben Stunde vielleicht so wirken mag.

Zur Handlung: Eine Familie, 2 ältere Töchter und ein jüngerer Sohn. Eine der Töchter ist bereits fertig mit der Schule und verbringt den Tag mit Radio und im Bikini im Garten. Die andere geht noch zur Schule und scheint sehr unsicher und schüchtern. Der Sohn vergnügt sich neben der Schule gern auf seinem Fahrrad und allem in allem gibt es kaum gröbere Differenzen in der Familie.
Sie wohnen in einem Haus am Straßenrand. Die Straße ist aber nicht befahren und bedeckt mit den Kram der Familie. Jedoch, eines Tages entdeckt der Sohn ein paar Arbeiter nicht weit vom Haus entfernt – und am nächsten Tag ist die Straße neu hergerichtet, der Familie ihre Utensilien achtlos in den Garten geworfen. Und bald darauf wird sie in Betrieb genommen… Eine Autobahn, auf der Menschen keinen Platz haben.
Die Kinder und so auch der Vater müssen jeden Tag die Straße überqueren um in die Schule oder Arbeit zu gelangen. Doch da dies bei den Autos nicht geht, müssen sie absofort immer ein Stück weit gehen um durch einen Tunnel zu klettern.

Ab hier verändert sich langsam aber sicher das Bild der unbeschwerten Familie: Die zurückhaltende Tochter fängt an, ständig zu berechnen, wie viele Autos in der Stunde vorbeifahren und auch zu erforschen, wie toxisch die Luft nicht sei und wie schnell sie alle sterben müssten. Ein surreales Bild. Bald sieht man sie nur noch mit Atemschutzmaske und Sicherheitsanzug. Auch der jüngere Sohn, verängstigt von den Prophezeihungen seiner älteren Schwester, hält einen Mückenstich für das Abbild von schlimmster Vergiftungen, verursacht durch die Autos. Allgemein macht der Lärm den die Autobahn permanent produziert, allen Mitgliedern der Familie zu schaffen. Einer nach den anderen lässt sein heiteres Wesen fallen und nähert sich dem Wahnsinn.

Und natürlich eskaliert die Situation: Als in den Sommerferien der erste Stau vor ihrer Tür statt findet und alle Leute in Sensationsslust die Leute in dem Haus begaffen, wird es der Mutter zu viel. Mit ihren Kindern will sie einen kleinen Ausflug machen (der Vater ist gerade bei der Arbeit), weg von den Blicken der Menschen. Doch die Älteste genießt es, als sie wie immer im Bikini im Garten liegt, viele junge Männer anzuziehen. Sie bleibt, die Mutter und ihre 2 anderen Kinder gehen. Als der Vater am Abend nach Hause kommt, ist keiner mehr da, die Mutter und die 2 Töchter kehren zurück, die Älteste aber bleibt verschwunden… Was weiter passiert, will ich dem Zuseher nicht verraten – doch so viel sei gesagt: Für mich kam es einigermaßen unerwartet.

Was uns der Film sagen will, ist schwierig. Zuerst hat man das Gefühl, er will nur mit erhobenen Zeigefinger auf die derzeitige Lage der Umweltverschmutzung und Autos hinweisen, jedoch – je weiter sich die Charaktere entwickeln und je mehr sie lernen müssen, mit der Situation umzugehen, desto weniger kann man ausmachen, wo dieser Film nun eigentlich hin will.
Und auch gibt es Situationen im Film, wo ich mich fragte: “War das jetzt wirklich notwendig?”

Insgesamt ein interessantes Projekt, dass ich in dieser Form so noch nicht gesehen habe.

Der Junge im gestreiften Pyjama

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Der Junge im gestreifen Pyjama ist ein Drama über den 8 jährigen Bruno der im Nazideutschland lebt. Er freundet sich mit einem jüdischen Jungen an, der im KZ lebt. Auf der anderen Seite des Zaunes, im ‘gestreiften Pyjama’.

Vorne weg, diese Rezension wird mit keiner Empfehlung meinerseits enden. Denn dieser Film hat mir nicht gefallen, aber ich bin mir sicher, wäre dieser Film bei den Oscars würde er voll abräumen. Nazis, unschuldige Kinder, tragische Geschichte: Das Erfolgsrezept für jeden amerikanischen Film.
Ja, dieser Film ist für meine Begriffe durch und durch amerikanisch. Aufgesetzt Dialoge und Kinder als rein, unschuldig und unglaubwürdig naiv darstellen. Ich weiß nicht, wie es bei den anderen 8 jährigen Kindern ist, aber mir wäre schon aufgefallen dass dieses KZ kein Bauernhof ist. Und ich müsste nicht tausendmal dumm fragen, wieso der denn Pyjamas trägt und ob das ein Spiel ist.
Für mich würden Soldaten, die den Zaun abgrenzen, dass diese Leute ständig arbeiten müssen und dass sie andauernd erniedrigt werden durchaus Sinn geben. Und dann noch zusätzlich der Propaganda Unterricht von meinem Lehrer, da könnt ich doch wohl 1 und 1 zusammenzählen.
Unser Hauptcharakter schafft das nicht.
Gut, dann hatte ich zumindest gehofft dass die Charaktere schön beleuchtet werden oder die Dialoge zwischen den beiden Jungen interessant werden. Nein, keine Spur. Langweilig, oberflächlich und für mich kaum berührend. Aber das ist eben dieser amerikanische Stil.
Brokeback Mountain ist ein gutes Beispiel dieses Stils, hat mir aber auch kein bisschen gefallen. Ich bin einfach nicht Zielpublikum für sowas.

Am nervigsten finde ich aber diese blinde Naivität des jungen Protagonisten. Ich glaube nicht, dass auch nur ein Kind SO blind sein kann. Kinder werden heutzutage gerne unterschätzt und verniedlichter dargestellt als sie sind.

Die letzten zwanzig Minuten enden dann auf allertragischste Weise und… hat mich kein bisschen berührt. Ich mag Filme, die etwas tiefer gehen – nicht dieses oberflächliche nach 3 Sekunden ‘wir sind allerbeste Freunde!’ Getue und dann endet alles in Tod und Verderben, brutales Ende, viel Wirkung… könnte man meinen.
Die Beziehungen zwischen den Personen waren ebenso schlicht gestrickt, wie die Personen selbst.

Ja, der Film lässt sich gut mit dem Wort ‘oberflächlich’ beschreiben. Dass er sang- und klanglos in die Kinos eingezogen ist, ist vielleicht auch gar nicht schlecht.

Revanche

revanche

Ein Gefühl von Elephant hatte ich, als der Film vorbei war: Spärliche Dialoge, lange Kamereinstellungen und kühle Farben.
Die Kamera war für mich wirklich phantastisch; Licht wurde wunderbar eingesetzt und auch die Komposition war perfekt. Immer so exakt auf den goldenen Schnitt und die Details im Hintergund geachtet dass es auf mich schon fast absurd wirkte.

Nun aber zur Handlung – Alex ist verliebt.
Seine Angebetete, Tamara, arbeitet im Freudenhaus.

Wir bekommen keine Erklärungen, sondern verfolgen einfach das Geschehen.

Nachdem wir eine kurze Einführung in ihren Alltag bekamen, welcher im Puff statt fand wo Alex wie Tamara arbeiteten beschließen die beiden abzuhauen, eine Bank auszurauben und sich mit dem Geld ein neues Leben anzufangen. Doch es kommt anders als geplant, auf der Flucht wird Tamara erschossen und Alex lässt sie und das Fluchtauto erstmal geschockt im Wald stehen um seinen Großvater, der ganz in der Nähe wohnt, wie schon länger versprochen, zum Holz hacken besuchen zu kommen und erstmal bei ihm unterzutauchen.
Sein Hintergedanke dabei ist den Polizisten, der seine Tamara erschoss, aufzuspüren, der in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt, um Rache zu üben.

Es hat ein bisschen was von “pulp fiction”, ein bisschen was von “elephant”.. doch über bleibt weder Schock, noch Erkenntnis noch sonst irgendein Gefühl. Bei mir blieb eine seltsame Leere.
Die erste Hälfte des Handlungsverlaufs fand ich gut; schön durchkomponiert und stimmig. Jedoch sah ich einen Absturz; als sich zum xten Mal die Holzhackerszene wiederholte fand ich dies nicht mehr dem Filme zugute kommend, sondern unnötige Streckung des Films.
Für mich wirkt der 2. Teil des Filmes ‘löchrig’, da war weniger Gefühl und weniger ‘Action’.
Das Gespräch zwischen Polizist und Alex fand ich persönlich viel zu aufgesetzt, dies war aber wieder einer der starken Momente.

Wahrscheinlich ist die Langatmigkeit die mich störte auch Geschmackssache, aber trotz allen – allein wegen der tollen Kamera lohnt sich ein Blick bestimmt. Außerdem ist es nett, als Bewohnerin von Wien, bekannte Orte vorbeiziehen zu sehen. Wenn auch nur in der 1. Hälfte des Films. Gewürzt ist das Gesamtpaket noch mit österreichischem Charme und hat ein interessantes Projekt hervorgebracht, fernab von den typischen ‘made in austria’ krimis.