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Southland Tales

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Richard Kelly dürfte bereits durch Donnie Darko einiges an Bekanntheit errungen haben, jedoch scheint ihn Southland Tales seinen guten Ruf streitig zu machen. Erstmals auf Cannes aufgeführt erthielt der Film durchwegs schlechte Kritiken, weshalb ich ihn nicht mal sehen wollte.

Verpackt in diesen rund 2 Stunden Film wird Action, Satire, Science Fiction und Politik. Das alles ist gespickt mit vielen verschiedenen Charakteren und Handlungssträngen, die erst nach und nach Sinn ergeben. (Pulp Fiction like!)

Abermals ein Film von Richard Kelly, der sich vorallem um das Thema ‘Apokalypse’ drehte und viel an Interpretation offen lässt. Einiges erinnerte an Donnie Darko, was aber keinesfalls störend oder langweilend war, sondern eher interessant abermals eine Parallele zu Donnie Darko zu finden.

Es spielt alles in vielleicht nicht zu allzu ferner Zukunft, wo Überwachung aus Angst vor Terrorismus ihren Höhepunkt erreicht und sich langsam Gruppen bilden, um dagegen anzukämpfen.
Angefangen bei einem Mann, der ein Drehbuch zu einem Thriller schreibt, der sich dann aber scheinbar bewahrheitet – und zur selben Zeit ist auch noch ein anderer Typ in der Zeit zurückgereist und sucht sein anderes ich, während die Rolle des Justin Timberlakes sich Drogen hingibt und Playback zu the Killers singt.
Klingt verwirrend? Ist es auch.

Zur Handlung möchte ich nicht allzu viel erzählen, die kann jeder selbst nachlesen und sich informieren. Das eigentlich packende an dem Film war für mich das skurrile Setting. Ob es dabei nun um eine Asiatin ging, die ein recht interessantes Auftreten hatte oder zwei Autos die einander “liebten”, es war… einfach surreal.

Mal reinzuschauen ist, denke ich, sicher nicht so verkehrt. Es gibt viel zu interpretieren, viel zu sehen und typische Donnie Darko Kernelemente wiederholen sich auch. Soweit ich weiß, gibt es dazu auch eine 3-teilige Graphic Novel Serie, die den Hintergrund der Serie besser beschreibt – also, da werde ich vielleicht auch mal einen Blick reinwerfen.

Paprika

paprika

Natürlich komme ich nicht umhin, über einen meiner Lieblingsanime der letzten Jahre zu schreiben.

Paprika ist das neueste Werk (obwohl ein weiteres bereits angekündigt ist) des Genies Satoshi Kon. Das ganze beruht auf der Romanvorlage von Yasutaka Tsutsui.

Es ist eine Explosion aus visueller Detailverliebtheit, grandioser Musik und wunderbar ausgearbeiteter Story. Es wird das ‘alte’ Thema, die Vermengung von Realität und Traum neu aufgegriffen und das wirklich schön. Gegen Ende erwarten uns auch einige menschliche Überraschungen, die ich hier nicht weiter ausführen möchte um euch nicht den Spaß zu nehmen ;)

Die Handlung ist schnell erklärt: Es wurde eine neue Maschine erfunden, der DC Mini. Damit ist es möglich, in die Träume anderer Menschen zu blicken und diese sogar zu beeinflussen. Dies tut natürlich (wie auch näher ausgeführt im Film) ungeahnte Möglichkeiten in der Behandlung von Psychosen und ähnlichen psychischen Problemen auf. Jedoch wird die Maschine gestohlen und zu terroristischen Zwecken verwendet.. und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Besonders schön sind ganz klar die Animationen; diese sind bunt, detailliert und einfach nur perfekt. Auch die Musik von Susumu Hirasawa (der schon einige Male mit Satoshi Kon zusammgearbeitet hat) ist wie immer ein Erlebnis.

Es lohnt sich, einen Blick hinein zu werfen. Auch als ‘nicht-Anime-Fan’, es ist einfach ein Film der Spitzenklasse. Meiner Meinung nach.

Entdeckt habe ich den Anime, wie viele andere Filme, ahnungslos auf der Apple Trailer Seite. Es war einer der wenigen Trailer, die mich beim ersten Mal sehen wirklich umgehauen haben (Hier der youtube link). Und so auch der Film! Ich bin auch noch beim tausendsten Mal schauen wie gefesselt (ebenso wie bei Tekkonkinkreet)

Letztendlich lässt sich sagen, wer auch nur ein bisschen was für Anime und/oder tiefgründiges, sci fi angehauchtes und interessantes Kino über hat, sollte einen Blick riskieren.

Ach… und das ganze am besten im O-Ton schauen, auch wenn die deutsche Synchronisation gar nicht so schlecht ist.

This Is England

thisisengland

Gute Auflärung über die britische Skinhead Szene der 1980er Jahre bietet uns ‘This Is England‘ von Shane Meadows.
Am Anfang gerät der erst 12 Jährige Shaun zuerst in eine friedliche Skinhead Szene (darunter auch ein Schwarzer) die keinerlei Anzeichen davon machen, rechtsextrem veranlagt zu sein. Die meisten Charaktere dieser Skinhead Gruppe sind viele Jahre älter als Shaun und behandeln ihn liebevoll, kaufen ihm neue Klamotten und sind ihm eine Art Familie – nachdem sein Vater gestorben ist und er scheinbar keinen allzu guten Draht zu seiner Mutter hat.
Woody, der Anführer dieser Gang, stellt für Shaun schnell eine Vaterfigur da und vertritt einen eher unpolitischen Standpunkt. Das ganze ändert sich, als Combo aus dem Gefängnis entlassen wird. Nach einem freudigen Wiedersehen eröffnet Combo Woodys Gang seine politische Einstellung und punktet mit populistischen und rechten Parolen in Woodys Gang. So natürlich auch bei Shaun, der in seinen jungen Jahren noch sehr beeinflussbar ist.
Woody ist sofort skeptisch und will vorschnell aufbrechen, jedoch sind viele seiner Gangmitglieder angetan von Combo – es spaltet sich die Gang zwischen loyalen Woody Anhängern und den nicht loyalen, die sich mehr Combo hingezogen fühlen und bei ihm bleiben.
Manche Mitglieder verlassen Combo dann doch und kehren zu Woody zurück, andere machen das Gegenteilige, wie Milky.

“Fühlst du dich als Engländer?” Hatte Combo damals Milky, den Schwarzen der Gang gefragt und dieser hatte genickt. Combo hatte ihn erklärt, dass solche Ausländer eine Bereicherung für England seien und nur diese nicht integrierten ein Dorn im Auge wären.
Combo überredet Milky, sich ihm anzuschließen.

Dann überschlagen sich die Ereignisse und Shaun entscheidet sich schließlich gegen die rechtsextreme Szene.

Besonders schön an diesem Film ist, dass die Skinhead Szene näher beleuchtet wird. Dass sie eben nicht gleich rechts ist und dass es durchaus verschiedene Abstufungen von Skins gibt, dass sie ursprünglich Reggae hörten und unpolitisch, anarchistisch bis links gesonnen waren.
Auf der Hülle stand ‘der beste britische Film seit Trainspotting’, was ich an dieser Stelle nicht unterschreiben möchte, da beide Filme einfach zu unterschiedlich waren. Und der beste britische Film seit langem war er auch nicht, aber empfehlenswert ist er trotzdem. Vorallem für Leute, die die Skinhead Kultur interessant finden. (Und natürlich am besten im O-Ton, wie es für britische Filme üblich ist)

Dass der Director ähnlich heißt, wie seine Hauptfigur ist sicher kein Zufall, da der Autor nach eigener Aussage selbst erlebte Ereignisse hier in diesem Film verarbeitet.