Archiv für die Kategorie „Experimentell“
Funny Games

Es muss um die 10 Jahre her sein, als Funny Games erschien.
Der österreichische Film von Michael Haneke wurde oft mit Clockwork Orange verglichen, hat aber seinen ganz eigenen Charme. Er zeigt Gewalt, so, wie sie wirklich ist. Ohne auf klassische Elemente wie massenhaft Blut zurückgreifen zu müssen, schafft er ein Werk, welches nicht furchtbarer hätte sein können.
Es werden bestimmte Gedanken vorgegeben, doch diese werden uns nicht gezeigt – sie spielen sich in unserer eigenen Fantasie ab.
Dem allgemeinen “dass sie sich kaum wehren und so wenig Überlebenswillen zeigen, ist doch absurd!” Nörgeln kann man nur entgegenhalten, dass sich die Familie in einen Schockzustand befindet. In diesen Situationen (davon gehe ich aus) handelt man oftmals verquer und unsinng.
Man kann nicht viel über diesen Film schreiben, außer ihn kräftigst zu empfehlen…
Und vor kurzem kam ich in den Genuss das amerikanische Remake von 2008 sehen zu dürfen. Ja, es gibt ein Remake. Doch dieses ist ebenfalls von Michael Haneke, der weder Dialoge (nur ins englische übetragen) noch Storyboard merklich verändert hat.
Es war absehbar, dass sich jetzt alteingesottene Fans natürlich mit: “Jetzt geht der ganze österreichische Charme verloren!” brüsten… Ich habe beide Versionen gesehen, schätze beide sehr und sehe an jeder eigene Qualitäten.
Wie gesagt, die einzigen Differenzen zum Original von 1997 sind die Sprache und die Schauspieler. Aber, ich finde, dass die Rollen und das Zusammenspiel von Peter und Paul im amerikanischen Remake besser funktionieren. Andererseits gefallen mir die Familienmitglieder in der österreichischen Version um einiges besser; ich sehe bei ihnen mehr Verzeiflung und Authenzität. Und natürlich ist es für mich – als Österreicherin – immer wieder erfreulich in einem Film ‘österreichisch’ zu hören. ;-)
Ich empfehle, beide Versionen anzusehen. Welche zuerst ist vollkommen egal, beide haben ihren Reiz.
(Übrigens gibt es auf youtube von beiden Filmen genügend Ausschnitte und Vergleiche, um sich ein schnelles Bild zu machen, welche Version einen nun mehr ansprechen könnte.)
The I Inside

Ein kleiner Mythos rankt sich um diesen Film, der ähnlich wie ‘Butterfly Effect’ funktioniert und daher neugierig macht.
Die Reise durch Raum und Zeit und die dadurch entstehenden Konsequenzen werden erneut beleuchtet.
Wer von wem geklaut hat, ist mir eigentlich vollkommen egal: Fest steht, dass mir Butterfly Effect um längen besser gefallen hat.
Was mich besonders gestört hat, war, dass es für mich irgendwie sehr vorhersehbar war, auf viele Handlungsstränge kein bisschen eingegangen wurde (”Wer ist der mysteriöse Arzt?”, “Wieso hat ihn Anna so leicht erpressen können?”, “Wie lange kannte er Claire, genauere Umstände?”…) und dass ich mit dem Hauptcharakter nicht sympathisieren konnte.
Simon Cable erwacht im Krankenhaus und springt zwischen den Jahren 2000 und 2002 hin und her. Zuerst erinnert er sich an nichts, doch die Zeitsprünge, bei denen er manchmal nur Zuschauer ist und manchmal selbst mitbestimmen kann, erfrischen sein Gedächtnis..
Toll durchdacht, heißt es, für mich wirkt das ganze eher ziemlich durchsichtig und oberflächlich. Vorallem die Beziehungen zwischen den Charakteren, (Wie genau ist das Verhältnis zu seinem Bruder, wieso sprechen sie nicht mehr miteinander?, Was genau ist da zwischen Claire und Simon?, Wie hat er es 2 Jahre mit Anna unter demselben Dach ausgehalten?) .
Abgesehen davon konnte ich fast die Passagen der einzelnen Charaktere mitsprechen, so vorhersehbar war der Film für mich. Ich weiß nicht wieso, jedoch war mir sofort klar, dass der Film versuchen würde total ‘krass’ zu werden und daher verwirrende Handlungen wie die Ohrfeige seiner Frau Anna einzubauen. Ich sah sie und wusste es. Zu viel will ich natürlich nicht verraten, denn bei anderen funktionieren diese Überraschungseffekte vielleicht, bei mir haben sie schlicht nicht funktioniert. Daher vielleicht die Abneigung.
Kamera ist übrigens nicht schlecht, die gesamte Ästhetik ist schön. Hatte ein bisschen was von ‘Schmetterling & Taucherglocke’, nur nicht ganz so genial. ;)
Natürlich, nette Unterhaltung für zwischendurch ist bestimmt gegeben. Mich hat er nicht gepackt. Auch wenn Butterfly Effect bestimmt nicht das Maß der Dinge ist, war er in diesem Fall eindeutig der Gewinner.
Southland Tales

Richard Kelly dürfte bereits durch Donnie Darko einiges an Bekanntheit errungen haben, jedoch scheint ihn Southland Tales seinen guten Ruf streitig zu machen. Erstmals auf Cannes aufgeführt erthielt der Film durchwegs schlechte Kritiken, weshalb ich ihn nicht mal sehen wollte.
Verpackt in diesen rund 2 Stunden Film wird Action, Satire, Science Fiction und Politik. Das alles ist gespickt mit vielen verschiedenen Charakteren und Handlungssträngen, die erst nach und nach Sinn ergeben. (Pulp Fiction like!)
Abermals ein Film von Richard Kelly, der sich vorallem um das Thema ‘Apokalypse’ drehte und viel an Interpretation offen lässt. Einiges erinnerte an Donnie Darko, was aber keinesfalls störend oder langweilend war, sondern eher interessant abermals eine Parallele zu Donnie Darko zu finden.
Es spielt alles in vielleicht nicht zu allzu ferner Zukunft, wo Überwachung aus Angst vor Terrorismus ihren Höhepunkt erreicht und sich langsam Gruppen bilden, um dagegen anzukämpfen.
Angefangen bei einem Mann, der ein Drehbuch zu einem Thriller schreibt, der sich dann aber scheinbar bewahrheitet – und zur selben Zeit ist auch noch ein anderer Typ in der Zeit zurückgereist und sucht sein anderes ich, während die Rolle des Justin Timberlakes sich Drogen hingibt und Playback zu the Killers singt.
Klingt verwirrend? Ist es auch.
Zur Handlung möchte ich nicht allzu viel erzählen, die kann jeder selbst nachlesen und sich informieren. Das eigentlich packende an dem Film war für mich das skurrile Setting. Ob es dabei nun um eine Asiatin ging, die ein recht interessantes Auftreten hatte oder zwei Autos die einander “liebten”, es war… einfach surreal.
Mal reinzuschauen ist, denke ich, sicher nicht so verkehrt. Es gibt viel zu interpretieren, viel zu sehen und typische Donnie Darko Kernelemente wiederholen sich auch. Soweit ich weiß, gibt es dazu auch eine 3-teilige Graphic Novel Serie, die den Hintergrund der Serie besser beschreibt – also, da werde ich vielleicht auch mal einen Blick reinwerfen.