Archiv für Mai 2009

Der Junge im gestreiften Pyjama

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Der Junge im gestreifen Pyjama ist ein Drama über den 8 jährigen Bruno der im Nazideutschland lebt. Er freundet sich mit einem jüdischen Jungen an, der im KZ lebt. Auf der anderen Seite des Zaunes, im ‘gestreiften Pyjama’.

Vorne weg, diese Rezension wird mit keiner Empfehlung meinerseits enden. Denn dieser Film hat mir nicht gefallen, aber ich bin mir sicher, wäre dieser Film bei den Oscars würde er voll abräumen. Nazis, unschuldige Kinder, tragische Geschichte: Das Erfolgsrezept für jeden amerikanischen Film.
Ja, dieser Film ist für meine Begriffe durch und durch amerikanisch. Aufgesetzt Dialoge und Kinder als rein, unschuldig und unglaubwürdig naiv darstellen. Ich weiß nicht, wie es bei den anderen 8 jährigen Kindern ist, aber mir wäre schon aufgefallen dass dieses KZ kein Bauernhof ist. Und ich müsste nicht tausendmal dumm fragen, wieso der denn Pyjamas trägt und ob das ein Spiel ist.
Für mich würden Soldaten, die den Zaun abgrenzen, dass diese Leute ständig arbeiten müssen und dass sie andauernd erniedrigt werden durchaus Sinn geben. Und dann noch zusätzlich der Propaganda Unterricht von meinem Lehrer, da könnt ich doch wohl 1 und 1 zusammenzählen.
Unser Hauptcharakter schafft das nicht.
Gut, dann hatte ich zumindest gehofft dass die Charaktere schön beleuchtet werden oder die Dialoge zwischen den beiden Jungen interessant werden. Nein, keine Spur. Langweilig, oberflächlich und für mich kaum berührend. Aber das ist eben dieser amerikanische Stil.
Brokeback Mountain ist ein gutes Beispiel dieses Stils, hat mir aber auch kein bisschen gefallen. Ich bin einfach nicht Zielpublikum für sowas.

Am nervigsten finde ich aber diese blinde Naivität des jungen Protagonisten. Ich glaube nicht, dass auch nur ein Kind SO blind sein kann. Kinder werden heutzutage gerne unterschätzt und verniedlichter dargestellt als sie sind.

Die letzten zwanzig Minuten enden dann auf allertragischste Weise und… hat mich kein bisschen berührt. Ich mag Filme, die etwas tiefer gehen – nicht dieses oberflächliche nach 3 Sekunden ‘wir sind allerbeste Freunde!’ Getue und dann endet alles in Tod und Verderben, brutales Ende, viel Wirkung… könnte man meinen.
Die Beziehungen zwischen den Personen waren ebenso schlicht gestrickt, wie die Personen selbst.

Ja, der Film lässt sich gut mit dem Wort ‘oberflächlich’ beschreiben. Dass er sang- und klanglos in die Kinos eingezogen ist, ist vielleicht auch gar nicht schlecht.

This Is England

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Gute Auflärung über die britische Skinhead Szene der 1980er Jahre bietet uns ‘This Is England‘ von Shane Meadows.
Am Anfang gerät der erst 12 Jährige Shaun zuerst in eine friedliche Skinhead Szene (darunter auch ein Schwarzer) die keinerlei Anzeichen davon machen, rechtsextrem veranlagt zu sein. Die meisten Charaktere dieser Skinhead Gruppe sind viele Jahre älter als Shaun und behandeln ihn liebevoll, kaufen ihm neue Klamotten und sind ihm eine Art Familie – nachdem sein Vater gestorben ist und er scheinbar keinen allzu guten Draht zu seiner Mutter hat.
Woody, der Anführer dieser Gang, stellt für Shaun schnell eine Vaterfigur da und vertritt einen eher unpolitischen Standpunkt. Das ganze ändert sich, als Combo aus dem Gefängnis entlassen wird. Nach einem freudigen Wiedersehen eröffnet Combo Woodys Gang seine politische Einstellung und punktet mit populistischen und rechten Parolen in Woodys Gang. So natürlich auch bei Shaun, der in seinen jungen Jahren noch sehr beeinflussbar ist.
Woody ist sofort skeptisch und will vorschnell aufbrechen, jedoch sind viele seiner Gangmitglieder angetan von Combo – es spaltet sich die Gang zwischen loyalen Woody Anhängern und den nicht loyalen, die sich mehr Combo hingezogen fühlen und bei ihm bleiben.
Manche Mitglieder verlassen Combo dann doch und kehren zu Woody zurück, andere machen das Gegenteilige, wie Milky.

“Fühlst du dich als Engländer?” Hatte Combo damals Milky, den Schwarzen der Gang gefragt und dieser hatte genickt. Combo hatte ihn erklärt, dass solche Ausländer eine Bereicherung für England seien und nur diese nicht integrierten ein Dorn im Auge wären.
Combo überredet Milky, sich ihm anzuschließen.

Dann überschlagen sich die Ereignisse und Shaun entscheidet sich schließlich gegen die rechtsextreme Szene.

Besonders schön an diesem Film ist, dass die Skinhead Szene näher beleuchtet wird. Dass sie eben nicht gleich rechts ist und dass es durchaus verschiedene Abstufungen von Skins gibt, dass sie ursprünglich Reggae hörten und unpolitisch, anarchistisch bis links gesonnen waren.
Auf der Hülle stand ‘der beste britische Film seit Trainspotting’, was ich an dieser Stelle nicht unterschreiben möchte, da beide Filme einfach zu unterschiedlich waren. Und der beste britische Film seit langem war er auch nicht, aber empfehlenswert ist er trotzdem. Vorallem für Leute, die die Skinhead Kultur interessant finden. (Und natürlich am besten im O-Ton, wie es für britische Filme üblich ist)

Dass der Director ähnlich heißt, wie seine Hauptfigur ist sicher kein Zufall, da der Autor nach eigener Aussage selbst erlebte Ereignisse hier in diesem Film verarbeitet.