Der Junge im gestreiften Pyjama

Der Junge im gestreifen Pyjama ist ein Drama über den 8 jährigen Bruno der im Nazideutschland lebt. Er freundet sich mit einem jüdischen Jungen an, der im KZ lebt. Auf der anderen Seite des Zaunes, im ‘gestreiften Pyjama’.
Vorne weg, diese Rezension wird mit keiner Empfehlung meinerseits enden. Denn dieser Film hat mir nicht gefallen, aber ich bin mir sicher, wäre dieser Film bei den Oscars würde er voll abräumen. Nazis, unschuldige Kinder, tragische Geschichte: Das Erfolgsrezept für jeden amerikanischen Film.
Ja, dieser Film ist für meine Begriffe durch und durch amerikanisch. Aufgesetzt Dialoge und Kinder als rein, unschuldig und unglaubwürdig naiv darstellen. Ich weiß nicht, wie es bei den anderen 8 jährigen Kindern ist, aber mir wäre schon aufgefallen dass dieses KZ kein Bauernhof ist. Und ich müsste nicht tausendmal dumm fragen, wieso der denn Pyjamas trägt und ob das ein Spiel ist.
Für mich würden Soldaten, die den Zaun abgrenzen, dass diese Leute ständig arbeiten müssen und dass sie andauernd erniedrigt werden durchaus Sinn geben. Und dann noch zusätzlich der Propaganda Unterricht von meinem Lehrer, da könnt ich doch wohl 1 und 1 zusammenzählen.
Unser Hauptcharakter schafft das nicht.
Gut, dann hatte ich zumindest gehofft dass die Charaktere schön beleuchtet werden oder die Dialoge zwischen den beiden Jungen interessant werden. Nein, keine Spur. Langweilig, oberflächlich und für mich kaum berührend. Aber das ist eben dieser amerikanische Stil.
Brokeback Mountain ist ein gutes Beispiel dieses Stils, hat mir aber auch kein bisschen gefallen. Ich bin einfach nicht Zielpublikum für sowas.
Am nervigsten finde ich aber diese blinde Naivität des jungen Protagonisten. Ich glaube nicht, dass auch nur ein Kind SO blind sein kann. Kinder werden heutzutage gerne unterschätzt und verniedlichter dargestellt als sie sind.
Die letzten zwanzig Minuten enden dann auf allertragischste Weise und… hat mich kein bisschen berührt. Ich mag Filme, die etwas tiefer gehen – nicht dieses oberflächliche nach 3 Sekunden ‘wir sind allerbeste Freunde!’ Getue und dann endet alles in Tod und Verderben, brutales Ende, viel Wirkung… könnte man meinen.
Die Beziehungen zwischen den Personen waren ebenso schlicht gestrickt, wie die Personen selbst.
Ja, der Film lässt sich gut mit dem Wort ‘oberflächlich’ beschreiben. Dass er sang- und klanglos in die Kinos eingezogen ist, ist vielleicht auch gar nicht schlecht.
Kann dir nur beipflichten, Kinder werden in (schlechten) Filmen oft verblödeter oder aber auch viel zu erwachsen dargestellt. Das hängt wohl damit zusammen, dass manche Macher sich oft nicht ernsthaft mit dem Kind-Sein auseinandersetzen und stattdessen eben gerne das Klischee “Kind” verwenden um Kasse zu machen.
Hm, obwohl der Trailer ziemlich dümmlich war (und das erahnen lässt, was du hier beschreibst), wollte ich mir den Film eigentlich trotzdem geben. Jetzt wird’s wohl nur der Download, wenn ich sonst nix zu tun hab.