Archiv für Mai 2009
The I Inside

Ein kleiner Mythos rankt sich um diesen Film, der ähnlich wie ‘Butterfly Effect’ funktioniert und daher neugierig macht.
Die Reise durch Raum und Zeit und die dadurch entstehenden Konsequenzen werden erneut beleuchtet.
Wer von wem geklaut hat, ist mir eigentlich vollkommen egal: Fest steht, dass mir Butterfly Effect um längen besser gefallen hat.
Was mich besonders gestört hat, war, dass es für mich irgendwie sehr vorhersehbar war, auf viele Handlungsstränge kein bisschen eingegangen wurde (”Wer ist der mysteriöse Arzt?”, “Wieso hat ihn Anna so leicht erpressen können?”, “Wie lange kannte er Claire, genauere Umstände?”…) und dass ich mit dem Hauptcharakter nicht sympathisieren konnte.
Simon Cable erwacht im Krankenhaus und springt zwischen den Jahren 2000 und 2002 hin und her. Zuerst erinnert er sich an nichts, doch die Zeitsprünge, bei denen er manchmal nur Zuschauer ist und manchmal selbst mitbestimmen kann, erfrischen sein Gedächtnis..
Toll durchdacht, heißt es, für mich wirkt das ganze eher ziemlich durchsichtig und oberflächlich. Vorallem die Beziehungen zwischen den Charakteren, (Wie genau ist das Verhältnis zu seinem Bruder, wieso sprechen sie nicht mehr miteinander?, Was genau ist da zwischen Claire und Simon?, Wie hat er es 2 Jahre mit Anna unter demselben Dach ausgehalten?) .
Abgesehen davon konnte ich fast die Passagen der einzelnen Charaktere mitsprechen, so vorhersehbar war der Film für mich. Ich weiß nicht wieso, jedoch war mir sofort klar, dass der Film versuchen würde total ‘krass’ zu werden und daher verwirrende Handlungen wie die Ohrfeige seiner Frau Anna einzubauen. Ich sah sie und wusste es. Zu viel will ich natürlich nicht verraten, denn bei anderen funktionieren diese Überraschungseffekte vielleicht, bei mir haben sie schlicht nicht funktioniert. Daher vielleicht die Abneigung.
Kamera ist übrigens nicht schlecht, die gesamte Ästhetik ist schön. Hatte ein bisschen was von ‘Schmetterling & Taucherglocke’, nur nicht ganz so genial. ;)
Natürlich, nette Unterhaltung für zwischendurch ist bestimmt gegeben. Mich hat er nicht gepackt. Auch wenn Butterfly Effect bestimmt nicht das Maß der Dinge ist, war er in diesem Fall eindeutig der Gewinner.
Southland Tales

Richard Kelly dürfte bereits durch Donnie Darko einiges an Bekanntheit errungen haben, jedoch scheint ihn Southland Tales seinen guten Ruf streitig zu machen. Erstmals auf Cannes aufgeführt erthielt der Film durchwegs schlechte Kritiken, weshalb ich ihn nicht mal sehen wollte.
Verpackt in diesen rund 2 Stunden Film wird Action, Satire, Science Fiction und Politik. Das alles ist gespickt mit vielen verschiedenen Charakteren und Handlungssträngen, die erst nach und nach Sinn ergeben. (Pulp Fiction like!)
Abermals ein Film von Richard Kelly, der sich vorallem um das Thema ‘Apokalypse’ drehte und viel an Interpretation offen lässt. Einiges erinnerte an Donnie Darko, was aber keinesfalls störend oder langweilend war, sondern eher interessant abermals eine Parallele zu Donnie Darko zu finden.
Es spielt alles in vielleicht nicht zu allzu ferner Zukunft, wo Überwachung aus Angst vor Terrorismus ihren Höhepunkt erreicht und sich langsam Gruppen bilden, um dagegen anzukämpfen.
Angefangen bei einem Mann, der ein Drehbuch zu einem Thriller schreibt, der sich dann aber scheinbar bewahrheitet – und zur selben Zeit ist auch noch ein anderer Typ in der Zeit zurückgereist und sucht sein anderes ich, während die Rolle des Justin Timberlakes sich Drogen hingibt und Playback zu the Killers singt.
Klingt verwirrend? Ist es auch.
Zur Handlung möchte ich nicht allzu viel erzählen, die kann jeder selbst nachlesen und sich informieren. Das eigentlich packende an dem Film war für mich das skurrile Setting. Ob es dabei nun um eine Asiatin ging, die ein recht interessantes Auftreten hatte oder zwei Autos die einander “liebten”, es war… einfach surreal.
Mal reinzuschauen ist, denke ich, sicher nicht so verkehrt. Es gibt viel zu interpretieren, viel zu sehen und typische Donnie Darko Kernelemente wiederholen sich auch. Soweit ich weiß, gibt es dazu auch eine 3-teilige Graphic Novel Serie, die den Hintergrund der Serie besser beschreibt – also, da werde ich vielleicht auch mal einen Blick reinwerfen.
Paprika

Natürlich komme ich nicht umhin, über einen meiner Lieblingsanime der letzten Jahre zu schreiben.
Paprika ist das neueste Werk (obwohl ein weiteres bereits angekündigt ist) des Genies Satoshi Kon. Das ganze beruht auf der Romanvorlage von Yasutaka Tsutsui.
Es ist eine Explosion aus visueller Detailverliebtheit, grandioser Musik und wunderbar ausgearbeiteter Story. Es wird das ‘alte’ Thema, die Vermengung von Realität und Traum neu aufgegriffen und das wirklich schön. Gegen Ende erwarten uns auch einige menschliche Überraschungen, die ich hier nicht weiter ausführen möchte um euch nicht den Spaß zu nehmen ;)
Die Handlung ist schnell erklärt: Es wurde eine neue Maschine erfunden, der DC Mini. Damit ist es möglich, in die Träume anderer Menschen zu blicken und diese sogar zu beeinflussen. Dies tut natürlich (wie auch näher ausgeführt im Film) ungeahnte Möglichkeiten in der Behandlung von Psychosen und ähnlichen psychischen Problemen auf. Jedoch wird die Maschine gestohlen und zu terroristischen Zwecken verwendet.. und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Besonders schön sind ganz klar die Animationen; diese sind bunt, detailliert und einfach nur perfekt. Auch die Musik von Susumu Hirasawa (der schon einige Male mit Satoshi Kon zusammgearbeitet hat) ist wie immer ein Erlebnis.
Es lohnt sich, einen Blick hinein zu werfen. Auch als ‘nicht-Anime-Fan’, es ist einfach ein Film der Spitzenklasse. Meiner Meinung nach.
Entdeckt habe ich den Anime, wie viele andere Filme, ahnungslos auf der Apple Trailer Seite. Es war einer der wenigen Trailer, die mich beim ersten Mal sehen wirklich umgehauen haben (Hier der youtube link). Und so auch der Film! Ich bin auch noch beim tausendsten Mal schauen wie gefesselt (ebenso wie bei Tekkonkinkreet)
Letztendlich lässt sich sagen, wer auch nur ein bisschen was für Anime und/oder tiefgründiges, sci fi angehauchtes und interessantes Kino über hat, sollte einen Blick riskieren.
Ach… und das ganze am besten im O-Ton schauen, auch wenn die deutsche Synchronisation gar nicht so schlecht ist.