Revanche

Ein Gefühl von Elephant hatte ich, als der Film vorbei war: Spärliche Dialoge, lange Kamereinstellungen und kühle Farben.
Die Kamera war für mich wirklich phantastisch; Licht wurde wunderbar eingesetzt und auch die Komposition war perfekt. Immer so exakt auf den goldenen Schnitt und die Details im Hintergund geachtet dass es auf mich schon fast absurd wirkte.
Nun aber zur Handlung – Alex ist verliebt.
Seine Angebetete, Tamara, arbeitet im Freudenhaus.
Wir bekommen keine Erklärungen, sondern verfolgen einfach das Geschehen.
Nachdem wir eine kurze Einführung in ihren Alltag bekamen, welcher im Puff statt fand wo Alex wie Tamara arbeiteten beschließen die beiden abzuhauen, eine Bank auszurauben und sich mit dem Geld ein neues Leben anzufangen. Doch es kommt anders als geplant, auf der Flucht wird Tamara erschossen und Alex lässt sie und das Fluchtauto erstmal geschockt im Wald stehen um seinen Großvater, der ganz in der Nähe wohnt, wie schon länger versprochen, zum Holz hacken besuchen zu kommen und erstmal bei ihm unterzutauchen.
Sein Hintergedanke dabei ist den Polizisten, der seine Tamara erschoss, aufzuspüren, der in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt, um Rache zu üben.
Es hat ein bisschen was von “pulp fiction”, ein bisschen was von “elephant”.. doch über bleibt weder Schock, noch Erkenntnis noch sonst irgendein Gefühl. Bei mir blieb eine seltsame Leere.
Die erste Hälfte des Handlungsverlaufs fand ich gut; schön durchkomponiert und stimmig. Jedoch sah ich einen Absturz; als sich zum xten Mal die Holzhackerszene wiederholte fand ich dies nicht mehr dem Filme zugute kommend, sondern unnötige Streckung des Films.
Für mich wirkt der 2. Teil des Filmes ‘löchrig’, da war weniger Gefühl und weniger ‘Action’.
Das Gespräch zwischen Polizist und Alex fand ich persönlich viel zu aufgesetzt, dies war aber wieder einer der starken Momente.
Wahrscheinlich ist die Langatmigkeit die mich störte auch Geschmackssache, aber trotz allen – allein wegen der tollen Kamera lohnt sich ein Blick bestimmt. Außerdem ist es nett, als Bewohnerin von Wien, bekannte Orte vorbeiziehen zu sehen. Wenn auch nur in der 1. Hälfte des Films. Gewürzt ist das Gesamtpaket noch mit österreichischem Charme und hat ein interessantes Projekt hervorgebracht, fernab von den typischen ‘made in austria’ krimis.