Finnischer Tango

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Finnischer Tango ist ein deutscher Film von Buket Alaksus.
Der junge und emotional abgestumpfte Alex braucht schnell und viel Geld. Nachdem ihm ein Jobangebot für Behinderte ins Auge springt, stiehlt er promt den Behindertenausweises eines Rollstuhlfahrers und macht sich auf den Weg.

Was sich Komödie nennt, entpuppt sich schnell als ernstes und tiefsinniges Drama; dabei werden sensible Themen angesprochen wie Selbstmord oder die Liebe, bzw. der Sex zwischen Behinderten.
Der Film liegt teilweise sehr schwer im Magen: Zu rücksichtslos und abgeklärt wandelt der Hauptcharakter durch das Geschehen – menschliche Beziehungen sind für ihn praktisch nicht vorhanden, sein ganzes Leben konzentriert sich nur auf eines: Die Musik.

In seiner 3 Mann-Band war er der Akkordeon Spieler, bis an jenen Abend, als die drei Freunde beschlossen das Auto, mitsamt der Ausrüstung, ihrer größten Rivalband zu klauen. Tommy, der am Steuer sitzt, tritt dann plötzlich aufs Gas und rast auf eine Wand zu, denn seinem Leben will er ein Ende machen.
Der Hauptcharakter erwacht in Trümmern, steigt über Tommy der in einer Blutlacke liegt und geht zum Auto. Seinen anderen Freund Steini, der um Hilfe bettelt, ignoriert er und greift sich das Akkordeon. Wenig später bricht er zusammen.

Alex hat kein Mitleid mit Tommy, er nimmt seinen Tod einfach so hin. Abgesehen davon ist er sogar wütend auf Tommy, da dieser sein Leben auch gefährdet hat. Und der Einwand, sie wären es Tommy schuldig die Band aufzulösen, stößt bei ihm ebenfalls auf Unverständnis.
Alex – der sich zuerst eine Wohnung mit Tommy geteilt hat – muss erstmal wo unterkommen und geht zu Steini, doch dieser ist fassungslos dass Alex ihn hätte sterben lassen und dass ihn der Tod Tommys nicht mal ein bisschen berührt und kündigt darum Band und Freundschaft.
Ohne Wohnung, Geld, Freundin oder Bausparvertrag begibt sich Alex auf Jobsuche – und landet dabei prompt bei einer Ausschreibung, nur für Behinderte. Die Arbeit entpuppt sich als Theater, dort arbeitet er von nun an als Musiker. Mit vielen Lügen erschleicht er sich Mitleid und darf sogar mit einigen anderen aus seiner Arbeit zusammen leben.
In seiner neuen Wohnung verkauft er die Rollstühle oder durchwühlt die Spardosen seiner Mitbewohner um an Geld zu kommen.

Zuerst scheint die WG recht harmonisch, doch dieses Bild wird durch Rudi getrübt; dem pessimistischen Miesepeter, der kein gutes Wort für die anderen oder seine Lebenssituation übrig hat. Ansonsten ist da noch Marilyn, welche am Down Syndrom leidet, die unbedingt ihr erstes Mal mit einem erfahrenen Mann haben möchte, um es ihrem Freund besonders schön zu machen. Jedoch sitzt ihr Geliebter, ebenfalls Bewohner der WG, im Rollstuhl und sein ganzer Unterleib ist gelähmt; an solchen Stellen kommt vorallem wieder die Komödie durch.

Doch obwohl wir denken, der Hauptdarsteller sei moralisch und emotionsmäßig komplett abgestumpft ändert sich dieses Bild, nämlich in seiner Art wie er auf die Selbstmordgedanken von Rudi reagiert – empfindlich, ernst und vorallem menschlich. Das Thema Selbstmord zieht sich durch den ganzen Film, wenn nicht sogar als Schwerpunkt.

Alles in Allem ist der Film keine leichte Kost, aber dafür unterhaltsam. Auch wenn die Stellen, an denen ich schmunzelte, deutlich geringer waren als die traurigen Momente.

1 Kommentar zu „Finnischer Tango“

  • Klingt ziemlich heftig, dadurch aber auch interessant. Noch ein Film auf meiner nicht enden wollenden Liste der “Must sees”. :D

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