Archiv für April 2009

Once

once

Once ist ein irischer Independent Film der den Spagat zwischen Künstler- und Mainstream Film erfolgreich gemeistert hat.
Ich hatte mir diesen Film schon lange vorgemerkt und bin nun endlich dazu gekommen ihn zu sehen und mal wieder wurde ich sehr positiv überrascht. In manchen Rezensionen wurde behauptet der Film wäre zu langatmig, die Romanze sei viel zu oberflächlich, die Kamera schrecklich und das schlimmste, dass die Musik als Überbrücker für die fehlende Handlung genutzt werde.
Alle diese Vorwürfe verflüchtigten sich bei mir, als der Abspann Bildschirm vor meinen Augen vorbeizog. Am meisten hat mich die Kritik an der Kamera geärgert, denn man hat oft genug gesehen, dass sehr wohl – entgegen der Behauptungen – auf Ästhetik geachtet wurde. Allein wie die Schauspieler im Bild positioniert waren, wirkte für mich sehr gewollt und wahrlich nicht zufällig zusammengewürfelt.
Wichtig für den Film ist sicherlich, dass einem die Musik zusagt. Denn der Film lebt von der Musik. Zu Beginn hatte ich bereits ein paar Lieder gehört und war nicht sonderlich begeistert, doch das änderte sich bei mir schlagartig. Als ich die beiden sah, ihren Hintergrund dann die Songs dazu hörte… Für mich steckte in den Liedern so viel Emotion… ich war begeistert.
Aber wie gesagt, der Film lebt eindeutig von der Musik.

Doch ist er sehr vielschichtig und lässt genau so viel Interpretation zu. Das Ende finde ich persönlich einfach nur perfekt gewählt, was ein ebenso großer Kritikpunkt ist. Es ist sicherlich kein typisches Happy End, aber über fehlende Romantik konnte ich mich nicht beschweren. Ein fuminantes Ende hätte einfach nicht gepasst.

Es fällt mir schwer all meine Eindrücke zu diesem Film zu schildern, denn es waren einfach zu viele. Langatmig war er meines Erachtens nach nicht – nach einer Stunde und zwanzig Minuten kam es mir so vor als ob ich erst eine Viertelstunde Film gesehen hätte, sicherlich nicht im negativen Sinne.
Es gab schon Stellen an denen ich mir dachte die Stille könnte ruhig ausgekostet werden, aber im großen und ganzen war er recht harmonisch.
Mal wieder endet ein Artikel von mir mit einer Empfehlung – am besten kauft ihr euch gleich die DVD, so wie ich es tun würde wenn ich das Geld hätte.

Angels Egg

angelsegg

Angels Egg – Ein Anime, der lange als Geheimtipp unter den ‘Otakus’ galt, ist nun auch an mich vorgedrungen… und hat mich positiv überrascht.
Massenhaft Hauptcharaktere gibt es keine, ledigleich ein Mädchen und einen Mann.
Der ganze Film lebt von Interpretation, denn eine bestimmte Handlung gibt es hier nicht. Ein weißhaariges Mädchen findet ein Ei und ein Mann will ihr dieses wegnehmen.

Mit besonders großer action kann man hier nicht rechnen, dafür aber mit träumerischen Bildern, untermalt von schöner Musik. (Außerdem sind die Animationen phantastisch)

Immer noch sprachlos von diesem Filmerlebnis, will ich nun meine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Schaut ihn euch an.

Revanche

revanche

Ein Gefühl von Elephant hatte ich, als der Film vorbei war: Spärliche Dialoge, lange Kamereinstellungen und kühle Farben.
Die Kamera war für mich wirklich phantastisch; Licht wurde wunderbar eingesetzt und auch die Komposition war perfekt. Immer so exakt auf den goldenen Schnitt und die Details im Hintergund geachtet dass es auf mich schon fast absurd wirkte.

Nun aber zur Handlung – Alex ist verliebt.
Seine Angebetete, Tamara, arbeitet im Freudenhaus.

Wir bekommen keine Erklärungen, sondern verfolgen einfach das Geschehen.

Nachdem wir eine kurze Einführung in ihren Alltag bekamen, welcher im Puff statt fand wo Alex wie Tamara arbeiteten beschließen die beiden abzuhauen, eine Bank auszurauben und sich mit dem Geld ein neues Leben anzufangen. Doch es kommt anders als geplant, auf der Flucht wird Tamara erschossen und Alex lässt sie und das Fluchtauto erstmal geschockt im Wald stehen um seinen Großvater, der ganz in der Nähe wohnt, wie schon länger versprochen, zum Holz hacken besuchen zu kommen und erstmal bei ihm unterzutauchen.
Sein Hintergedanke dabei ist den Polizisten, der seine Tamara erschoss, aufzuspüren, der in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt, um Rache zu üben.

Es hat ein bisschen was von “pulp fiction”, ein bisschen was von “elephant”.. doch über bleibt weder Schock, noch Erkenntnis noch sonst irgendein Gefühl. Bei mir blieb eine seltsame Leere.
Die erste Hälfte des Handlungsverlaufs fand ich gut; schön durchkomponiert und stimmig. Jedoch sah ich einen Absturz; als sich zum xten Mal die Holzhackerszene wiederholte fand ich dies nicht mehr dem Filme zugute kommend, sondern unnötige Streckung des Films.
Für mich wirkt der 2. Teil des Filmes ‘löchrig’, da war weniger Gefühl und weniger ‘Action’.
Das Gespräch zwischen Polizist und Alex fand ich persönlich viel zu aufgesetzt, dies war aber wieder einer der starken Momente.

Wahrscheinlich ist die Langatmigkeit die mich störte auch Geschmackssache, aber trotz allen – allein wegen der tollen Kamera lohnt sich ein Blick bestimmt. Außerdem ist es nett, als Bewohnerin von Wien, bekannte Orte vorbeiziehen zu sehen. Wenn auch nur in der 1. Hälfte des Films. Gewürzt ist das Gesamtpaket noch mit österreichischem Charme und hat ein interessantes Projekt hervorgebracht, fernab von den typischen ‘made in austria’ krimis.